Notfall Herzinfarkt

Jedes Jahr erleiden in der Schweiz rund 30’000 Personen ein akutes koronares Ereignis. Durch rasches und richtiges Handeln im Notfall können die Überlebenschancen vergrössert und die bleibenden Schäden am Herzen vermindert werden.

Zahlen und Fakten zum Herzinfarkt

  • In der Schweiz sind jährlich rund 30’000 Menschen von einem akuten koronaren Ereignis (Herzinfarkt und/oder Angina pectoris) betroffen.
  • Vier von fünf Herznotfällen ereignen sich ausserhalb des Spitals.
  • Herzinfarkt-Betroffene werden durchschnittlich mit einer Verzögerung von 3 Stunden ab Symptombeginn ins Spital eingeliefert.
  • Die Überlebenschancen sind grösser und bleibende Schäden am Herzen kleiner, je schneller die medizinische Notfallbehandlung einsetzt.

Symptome

Der Herzinfarkt zeigt sich in den meisten Fällen durch folgende Beschwerden:

  • heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust (Dauer länger als 15 Minuten), oft verbunden mit Atemnot und Todesangst
  • manchmal Ausstrahlung des Schmerzes in den ganzen Brustkasten, gegen beide Schultern, Arme, den Hals, Unterkiefer oder Oberbauch
  • mögliche Begleitsymptome sind blasse, fahle Gesichtsfarbe, Übelkeit, Schwäche, Schweissausbruch, Atemnot, unregelmässiger Puls
  • der Schmerz ist unabhängig von Körperbewegungen oder der Atmung und verschwindet auch nach Einnahme des Medikamentes Nitroglyzerin nicht

Bei Frauen, Diabetikerinnen und Diabetikern und älteren Personen können folgende Symptome als alleinige Warnsignale auftreten: Atemnot, unerklärliche Übelkeit und Erbrechen, Druck in Brust, Rücken oder Bauch.

Sofort Notruf 144 alarmieren!

Warnsignale bei bisher gesunden Personen

Ein Herzinfarkt ereignet sich nur in seltenen Fällen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Oft deuten bereits Wochen oder Monate zuvor Warnsingnale auf eine Herzerkrankung hin. Wer Alarmzeichen bei sich oder nahe stehenden Personen ernst nimmt, hat gute Chancen, einem schwerwiegenden Ereignis zuvorzukommen. Melden Sie sich sofort bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, falls folgende Beschwerden erstmals auftreten:

  • beklemmende Enge im Brustkorb, besonders bei Anstrengung
  • Druckgefühl im Brustbereich oder stechende Schmerzen
  • Ausstrahlung dieser Schmerzen in den linken Arm, den Rücken, die Schulterblätter oder den Unterkiefer
  • plötzliche Schmerzen im Oberbauch
  • Atemnot bei Anstrengung

Bedrohliche Anzeichen bei Personen mit Angina pectoris

Häufigere, intensivere, länger dauernde und sogar unter Ruhebedingungen auftretende Anfälle mit den oben beschriebenen Symptomen, die nach Einnahme des vom Arzt oder von der Ärztin verordneten Medikamentes (Nitroglyzerin) nicht verschwinden.

Entwarnung

Ein kurzer stechender Schmerz im Brustkorb, der mit einem einzigen Finger exakt lokalisierbar ist, geht in der Regel nicht vom Herzen aus und ist meist harmlos.

So können Sie helfen

  • Alarmieren Sie sofort den Notruf 144 (im Ausland die örtliche Notrufnummer).
  • Geben Sie Adresse (Standort), Name und Alter der Patientin, des Patienten bekannt.
  • Lagern Sie die Herzinfarktpatientin, den Herzinfarktpatienten mit leicht angehobenem Oberkörper auf einer harten Unterlage oder am Boden.
  • Öffnen Sie enge Kleider, Krawatte oder Büstenhalter.
  • Beleuchten Sie in der Nacht Wohnung, Treppenhaus und Haustür. Bitten Sie eine Nachbarin, einen Nachbarn, die Ambulanz einzuweisen, während Sie bei der betroffenen Person bleiben und sie beruhigen.

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